Bonitätsauskunft für Konsumenten | Bild: ©Marco2811 | fotolia.com

Insbesondere Unternehmen, die ihre Geschäfte online und damit sehr schnell abwickeln, greifen auf Scoring-Dienstleister zurück, um die Bonitätsprüfung Privatpersonen für ihre Kunden durchzuführen. Deren Kreditwürdigkeit dürfte aber für jeden Händler, Produzenten oder Dienstleister interessant sein, um das stetig steigende Risiko eines Zahlungsausfalls zu minimieren.

E-Commerce mit modernen Sicherheitsmaßnahmen

Schnell etwas online bestellen und als Zahlungsart Rechnung oder Lastschrift auswählen – schon steigt das Risiko für den Online-Händler oder -Dienstleister enorm: Die Ware wird verschickt oder die Leistung erbracht, die Rechnung bleibt unbezahlt, die Lastschrift wird zurück gebucht. Genau diese Sicherheitslücke haben sich spezielle Dienstleister herausgesucht und eine Lösung entwickelt: die Bonitätsprüfung per Scoring. Welche Algorithmen hier genutzt werden, um die Wahrscheinlichkeit für einen Zahlungsausfall zu berechnen und in Form eines Wertes auszuweisen, das gehört zu den gut gehüteten Geheimnissen.

Doch woher stammen die Informationen für die Bonitätsprüfung von Privatpersonen?

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1. Wirtschaftsauskunfteien und Schuldnerverzeichnisse

Einerseits werden natürlich die großen Wirtschaftsauskunfteien, wie beispielsweise die SCHUFA, Bürgel oder Creditreform, genutzt, um die persönlichen Daten abzugleichen. Hier laufen Daten von Banken, Handels- und Dienstleistungsunternehmen zusammen, werden Kontoverbindungen, Kreditkartenverträge und Kredite gemeldet und überwacht: Kommt es zu Zahlungsausfällen, Kreditkündigungen oder Zwangsvollstreckungen bis hin zur Insolvenz, werden entsprechende Vermerke zu jeder natürlichen Person und zu den Unternehmen gespeichert und können nun zur Bonitätsprüfung herangezogen werden.

Darüber hinaus führen die Amtsgerichte sogenannte Schuldnerverzeichnisse, um beispielsweise die Abgabe von eidesstattlichen Versicherungen zu vermerken. Insolvenzgerichte müssen die Eröffnung von Verfahren bekanntgeben. Diese Einträge bleiben bis zur Beendigung des jeweiligen Verfahrens und darüber hinaus verfügbar, brauchen auf der anderen Seite aber auch einig Zeit, um eingetragen zu werden. Als alleine Grundlage für ein Scoring reichen diese Informationsquellen also nicht aus.

2. Unternehmenseigene Datenbanken und Dienstleister

Größere Unternehmen und Handelshäuser, wie beispielsweise OTTO, aber auch Händlerverbände führen eigene Datenbestände, in die die Erfahrungen aus jeder Transaktion einfließen. So werden beispielsweise die Bankleitzahlen der EC-Karten gespeichert, bei denen es zur Rückbuchung mangels Deckung kommt. Die OTTO-Tochter EOS kann ohnehin auf den gesamten Datenbestand des Handelsriesen zurückgreifen und die Zahlungsmoral anhand der Erfahrungen aus der Vergangenheit beurteilen. Aber auch diese Informationen reichen noch nicht aus, die Scoring-Dienstleister gehen noch weiter.

3. Soziodemografie als Risiko-Hinweis

Die Wohnadresse wird ebenfalls ist die Risikoabwägung einbezogen: Wohnt ein Kunde zum Beispiel in einer Gegend mit relativ hohem Mietpreisspiegel und überdurchschnittlich vielen zugelassenen hochwertigen Fahrzeugen, sinkt die Wahrscheinlichkeit für einen Zahlungsausfall. Die Folgerung lautet: Kann er sich die hohen Mieten leisten, dürfte die Rechnung höchstwahrscheinlich bezahlt werden. Hierbei handelt es sich aber nur um eine Wahrscheinlichkeit, die zur Abrundung des Gesamtbildes der Bonitätsprüfung beitragen kann.

Schließlich können Konsumenten auch Bestellungen über Verwandte oder Freunde abwickeln – und selbst ganz woanders wohnen. Auf der anderen Seite können die soziodemografischen Informationen nur grob ausfallen, denn keine Wohngegend ist von einer absolut homogenen Bevölkerungsgruppe besiedelt – und letztendlich kann kriminelle Energie nie ganz ausgeschlossen werden.

Bonitätsbewertungen und ihre Folgen

Die Scoring-Werte setzen sich also aus den unterschiedlichsten Informationen und Daten sowie deren spezieller Wichtung zusammen – und das in Sekundenschnelle: Meldet sich zum Beispiel ein Konsument im Online-Shop an, um einen Kauf zu tätigen, kann der Händler im Hintergrund bereits den Scoring-Wert errechnen lassen. Abhängig vom Ergebnis selektieren sich die zur Auswahl stehenden Zahlungsarten. Fällt die Bonitätsauskunft gut aus, können Rechnung oder Lastschrift genutzt werden – bei schlechten Vorzeichen, stehen dem Käufer Vorkasse, Überweisung oder die verschiedenen Bezahldienstleister neben der Kreditkartenbelastung zur Auswahl.

Naturgemäß können diese Scoring-Zahlen individuelle finanzielle Verhältnisse nicht authentisch wiedergeben. Wohnen Sie beispielsweise in einer Gegend, in der rein statistisch gesehen ein Zahlungsausfall wahrscheinlich ist, können Sie ebenso durchs Raster fallen wie nach einer finanziellen Flaute, die Sie erfolgreich überwunden haben. Ein Ausweichen auf eine sichere Bezahlart ist aber in jedem Fall ein probates Mittel, da insbesondere bei der Online-Abwicklung von Transaktionen Geschwindigkeit gefragt ist.

Die Perspektive der Bonitätsprüfung Privatpersonen

Die Methoden werden immer feiner, je mehr Spuren die Konsumenten im Internet hinterlassen. Vor allem die sozialen Medien eröffnen hier mit riesigen und vor allem persönlichen Datenmengen ein enormes Potenzial: Der berufliche Werdegang ist ebenso nachzuvollziehen wie Aktivitäten, persönliche Präferenzen oder die vernetzten Kontakte. Befassen sich die User zum Beispiel mit teuren Markenprodukten, sind renommierte Arbeitgeber verzeichnet oder existieren intensive Kontakte zu Akademikern oder Führungskräften, dürften die Risiken für Online-Händler und -Dienstleister gering sein.

Aktuell befinden sich verschiedenen neue Ansätze in Entwicklung, beispielsweise das Social Scoring, das sich auf die vielfältigen persönlichen Daten im Internet konzentriert. Wahrscheinlicher dürfte aber sein, dass das bewährte Scoring-Verfahren, das vor allem auf belastbare Fakten baut, um das Social Scoring ergänzt wird: Einerseits käme eine weitere Facette hinzu, andererseits könnten falsche Ergebnisse bei den Auswertungen schneller erkannt werden. Sind nämlich Daten veraltet oder wurden noch gar keine gespeichert, führt dies zu einem negativen Scoring-Wert. Andererseits lassen sich die Scoring-Verfahren aber auch austricksen: Bewegt sich ein Konsument bei schlechter Bonität geschickt durch die sozialen Netzwerke, kann er quasi eine falsche Identität aufbauen.

Internationale Geschäfte: Andere Länder, andere Sitten

Schwierig wird es bei grenzüberschreitenden Geschäften, denn im Ausland ist eine Institution wie die SCHUFA nicht üblich. Hier könnte Social Scoring ein Weg sein, um zumindest einen Anhaltspunkt zur Bonität zu erhalten. Allerdings sollten die großen Internet- und Bezahl-Dienstleister, wie Google, PayPal & Co., nicht unterschätzt werden: Je mehr Transaktionen über Kreditkarten oder Bezahl-Dienstleister abgewickelt werden, desto größer wird die Datenbasis, die sich für Bonitätsauskünfte auswerten lässt.

Fazit: Die Bonitätsprüfung Privatpersonen wird stetig verbessert

In erster Linie ist natürlich der E-Commerce betroffen, aber auch stationäre Unternehmen profitieren von der Bonitätsauskunft, gehen Sie mit neuen Kunden Geschäfte ein: Auf der Grundlage von unterschiedlichsten Informationen werden Scoring-Werte berechnet, die die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls anzeigen. Hier fließen sowohl die üblichen Daten, die an die SCHUFA und Co. gemeldet werden, als auch Datenbanken von Händlern sowie soziodemografischen Faktoren zusammen, um nach einem geheim gehaltenen Verfahren ausgewertet zu werden.

Natürlich kann so nur ein Raster entstehen, durch das Konsumenten auch ungerechtfertigter Weise rutschen können. Weichen Online-Händler und –Dienstleister auf sichere Zahlungsarten aus, kann es auch zur Verärgerung führen. Für stationäre Händler und Unternehmen bleibt immer noch die Möglichkeit, sich auf zusätzliche Sicherheiten oder alternative Zahlungsmethoden zu einigen. Eines ist jedoch Fakt: Insbesondere bei größeren Transaktionssummen empfiehlt sich diese Vorsichtsmaßnahme, zumal die spezialisierten Scoring-Dienstleister nur Sekunden für eine Bonitätsauskunft benötigen

Tipp: Nutzen Sie das UnternehmerPortal Bonitätsportal um die Bonität von Firmen und Privatpersonen preiswert online zu prüfen. Mit Hilfe umfangreicher Datenbanken können Sie einfach und schnell Bonitätsauskünfte einsehen.