Inkasso Was ist Inkasso Ⓒ slasnyi | Fotolia.com

Ein Inkassofall entsteht, wenn Forderungen, wie offene Rechnungen, nicht bezahlt werde. Inkasso kann Unternehmen, Selbstständigen und Freiberuflern dabei helfen, offene Forderungen beizubringen und das Risiko von Zahlungsausfällen zu reduzieren.

Offene Rechnungen sind ärgerlich, sie beeinträchtigen die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens und verursachen hohe Kosten. Bleiben Kundenzahlungen aus, können eigene Verbindlichkeiten nicht pünktlich bedient werden, für Darlehen oder Überziehungen können Zinsen anfallen.

Der Verwaltungsaufwand für die Überwachung der offenen Forderungen und für das Mahnwesen ist außerdem erheblich. Jeder Betrieb ist daher gut beraten, ein effektives Forderungsmanagement aufzubauen. Ein bekanntes Instrument für den Forderungseinzug ist das Inkasso.

Grundlage für das erfolgreiche Eintreiben der offenen Beträge über das Inkasso sind die korrekt ausgestellten Rechnungen des Unternehmens. Die Dienstleistung muss unstreitig erbracht bzw. die Ware ausgeliefert worden sein.

Mahnungen an den Gläubiger müssen nicht zwingend zugestellt worden sein. In Deutschland ist das Erbringen von Inkassoleistungen gemäß des Rechtsberatungsgesetzes erlaubnispflichtig. Daher haben sich vor allem Rechtsanwaltskanzleien auf das Forderungsinkasso spezialisiert.

Formen des Inkasso

Unterschieden werden zwei Arten des Verfahrens:

  1. Der Einzug der offenen Posten durch einen Auftrag oder eine Vollmacht
    Das Unternehmen, also der Gläubiger der offenen Rechnung, erteilt einem Inkassounternehmen eine Vollmacht für den Einzug der Forderung. Auf Verlangen muss der Beauftragte diese Vollmacht dem Schuldner vorlegen.Rechtlicher Eigentümer des offenen Postens bleibt das Unternehmen, dadurch muss es auch weiterhin das Risiko für den Ausfall der Rechnung tragen. Für den Forderungseinzug verlangt das Inkassobüro häufig Gebühren, die sich an der Höhe der offenen Posten orientieren und vertraglich geregelt sind.
  2. Die Abtretung der Forderung: Hier wird die offene Rechnung des Gläubigers an das Inkassounternehmen verkauft oder abgetreten. Dieses wird somit Eigentümer der Forderung und übernimmt gleichzeitig das Risiko des Forderungsausfalls. Für diese Form des Forderungsinkassos wird auch der Begriff Zession verwendet.Bei der Forderungsabtretung wird oft versucht, die entstehenden Kosten auf den Schuldner abzuwälzen. Leider werden immer wieder Fälle bekannt, in denen für das Inkasso eine übertrieben hohe Kostenerstattung verlangt wird. Unternehmen, zu deren Forderungsmanagement das Inkasso gehört, sollten sich ihren Inkassopartner gewissenhaft auswählen und Regelungen zur Gebührenübernahme unbedingt vertraglich vereinbaren.

Tipp: Für kleine Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler empfehlen wir das webbasierte Inkassounternehmen eCollect. Die Leistungen umfassen das Mahnwesen, die vorgerichtliche Betreibung Ihrer Forderungen, das gerichtliche Mahnverfahren bis zur Zwangsvollstreckung und die Sicherung & Überwachung von bereits titulierten Forderungen.

Erhalten Schuldner Zahlungsaufforderungen eines Inkassounternehmens, können sie schuldbefreiende Zahlungen nur noch an das beauftragte Unternehmen leisten. Inkassobüros können sonst Mahnverfahren einleiten und Vollstreckungen veranlassen.