Der Begriff verwirrt – mieten oder kaufen? Und ist Mietkauf nicht eigentlich das deutsche Wort für Leasing? In den letzten Jahren sind verschiedene neue Finanzierungsmöglichkeiten entstanden, die den Unternehmen zur Verfügung stehen. Die Varianten unterscheiden sich im Detail, jede hat ihrer Vor- und Nachteile. Daher müssen die Angebote für Finanzierungen genau hinterfragt werden.

Wesen eines Mietkaufes

Mietkaufverträge werden besonders gern für die Finanzierung von beweglichen Sachanlagegütern genutzt. Ähnlich einem Leasingvertrag werden die Anschaffungskosten in monatlichen Raten zurückgezahlt. Zusätzlich wird ein angemessener Kosten und Zinsaufschlag berechnet. Bei einem Mietkauf wird jedoch von vornherein eine Kaufoption mit einem fest kalkulierten Restwert vereinbart. Ein Leasingvertrag unterliegt dem Leasingerlass der deutschen Finanzbehörden, die vereinbarte Vertragslaufzeit etwa muss zwischen 40 und 90 Prozent der voraussichtlichen Nutzungsdauer liegen.

Die Vertragsbedingungen eines Mietkaufes können frei ausgehandelt werden. Auf Wunsch kann die Laufzeit sogar länger sein als die Nutzungsdauer laut AfA-Tabellen. Der Vermögensgegenstand geht bei diesen Verträgen sofort in das wirtschaftliche Eigentum des Mieters über. Er kann also selbst bilanzieren und bucht jährlich die Abschreibungen. Durch den Ausweis in der Bilanz des Unternehmens können Fördermittel oder Investitionszulagen für die Anschaffung genutzt werden.

Vorteile der Finanzierungsform Mietkauf

Die Vertragsgestaltung des Mietkaufs lässt sich an die betrieblichen Erfordernisse sehr gut anpassen. Gegenstände, die das Unternehmen gern erwerben möchte, lassen sich über mehrere Jahre finanzieren und zu einem festgelegten Restwert dann übernehmen. Der Kaufpreist ist lange bekannt, Überraschungen gibt es am Ende der Vertragslaufzeit nicht mehr. Je nach Strategie kann die Rate hoch gewählt werden, um am Ende die Kaufoption mit einem geringen Restwert zu nutzen. Eine niedrige anfängliche Rate dagegen lässt finanziellen Spielraum in den ersten Jahren, am Ende muss ein hoher Restwert aufgebracht werden – oder aber die Kaufoption wird nicht gezogen.

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Die Umsatzsteuer für den Mietkauf

Bei einem Mietkaufvertrag ist die Grundlage für die Umsatzsteuer nicht der Anschaffungspreis, sondern die Summe alle Mietraten. In der Regel wird diese höher sein als der reine Einkaufspreis des Gegenstandes, denn das Finanzierungsunternehmen schlägt seine Kosten und einen Gewinnanteil auf die Raten auf. Die Umsatzsteuer wird bei Vertragsbeginn ausgewiesen und ist sofort fällig. Natürlich ist sie vom Mietkäufer als Vorsteuer abziehbar. Eine Erstattung durch das Finanzamt kann sich bei einer quartalsweisen Umsatzsteuervoranmeldung mit einer Dauerfristverlängerung aber über einige Monate hinziehen. Im Notfall muss die Umsatzsteuer also vorfinanziert werden können.

Fazit: Mietkaufverträge sind flexibler als Leasingfinanzierungen, weil sie nicht an den Finanzierungserlass der Finanzverwaltung gebunden sind. So sind sie eine ideale Ergänzung zu Darlehen und Leasingverträgen in der Finanzierungsstruktur eines Unternehmens.