Bonitätsprüfung | Bild: ©motorradcbr | fotolia.com

Unter dem Begriff Bonitätsprüfung Unternehmen verbirgt sich im Allgemeinen die finanzielle Zuverlässigkeit eines Unternehmens, aber auch einer Person. Es geht also im weitesten Sinne um die Kreditwürdigkeit, die sich wiederum sowohl auf die Kreditfähigkeit als auch die Bereitschaft zur Zurückzahlung von Verbindlichkeiten bezieht. Aus einer Bonitätsprüfung können somit neben Banken auch potenzielle Investoren wichtige Rückschlüsse auf die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls oder die Erfolgsaussichten eines Engagements ziehen. Wie aber funktioniert eine Bonitätsprüfung?

Etablierte Dienstleister – Bonitätsprüfung Unternehmen auf Abfrage

Ein probates Instrument, um die Kreditwürdigkeit eines Unternehmens oder einer Person einzuschätzen, ist eine spezielle Wirtschaftsauskunftei, wie beispielsweise die SCHUFA, Creditreform oder auch Bürgel. Insbesondere die SCHUFA, das Kürzel steht für „Schutzanstalt für allgemeine Kreditsicherung“, konnte sich bei einer großen Anzahl von Banken, Dienstleistern oder Handelsunternehmen etablieren: Sie können weder einen Kredit noch einen Telefon-, Strom- oder Gasversorgungvertrag abschließen, ohne dass eine SCHUFA-Abfrage eingeholt würde. Die Volksbanken konzentrieren sich hingegen auf Creditreform – die Verfahrensweise ist allerdings ähnlich.

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Die Wirtschaftsauskunfteien sammeln Daten, zu deren Übermittlung sowohl die Unternehmen als auch die Privatpersonen ihr Einverständnis erklären. Dazu zählen nicht nur die Anzahl und Art von Kontoverbindungen, Kreditkarten- oder Kreditverträgen, sondern auch persönliche Daten, wie beispielsweise die Anschrift, der Beruf oder Arbeitgeber und die Geburtsdaten. So sammelte allein die SCHUFA bis zum Jahr 2014 rund 728 Millionen Daten zu rund 66,3 Millionen natürlichen Personen sowie 4,3 Millionen Unternehmen. Aus dieser enormen Datenbasis werden wiederum in unterschiedlichen Verfahren sogenannte Score-Werte errechnet, um die Anfragen der unterschiedlichen Interessenten zu beantworten.

Daten und Score-Werte – zwei Seiten der Medaille bei der Bonitätsprüfung Unternehmen

Als Datenbasis für das sogenannte Scoring dienen nicht nur die konkreten Informationen zu einer bestimmten Person oder einem bestimmten Unternehmen, sondern es wird eine Gruppe bzw. eine Branche herangezogen. Dabei können verschiedene Schwerpunkte gesetzt werden, um das Risiko für einen Zahlungsausfall zu beziffern. Beispielsweise wird ein Stromanbieter bevorzugt auf die Häufigkeit des Wohnungswechsels achten, eine Bank jedoch auf Unregelmäßigkeiten im Zahlungsverkehr und die Anzahl der Kontoverbindungen oder Kreditkarten. Die Score-Werte können demnach nur einen Anhaltspunkt zur Wahrscheinlichkeit liefern, dass ein Kredit oder eine Verbindlichkeit pünktlich bedient wird.

Auf der anderen Seite werden in der Bonitätsprüfung Unternehmen alle Kreditverbindlichkeiten, Kreditkartenrahmen oder Ratenzahlungsverträge aufgeführt. Sollte es zu Unregelmäßigkeiten im Zahlungsverhalten, also von qualifizierten Mahnverfahren bis hin zur Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung oder der Einleitung eines Insolvenzverfahrens kommen, lässt sich das anhand einer Bonitätsauskunft detailliert nachvollziehen. Sind die Vorgänge abgeschlossen und ist eine entsprechende Meldung an die SCHUFA übermittelt worden, wird auch das vermerkt – die Einträge bleiben aber für eine geraume Zeit noch einsehbar.

Wichtige Rückschlüsse aus dieser Bonitätsprüfung Unternehmen

Schon diese institutionalisierte Art der Bonitätsprüfung eröffnet Geschäftspartnern, Lieferanten, Banken und Dienstleistern einen Einblick in die zu erwartende Kreditwürdigkeit: Sollten bereits Probleme im Zahlungsverhalten registriert sein, dürfte die Ausreichung eines Kredits durch eine deutsche Bank unwahrscheinlich werden. Für Lieferanten und Dienstleister bedeutet dieser Hinweis, dass eventuell zusätzliche Sicherheiten vereinbart werden sollten, um einen reibungslosen Ablauf abzusichern. Sollte es sich ohnehin um Geschäfte mit hohem Risiko handeln, lassen sich entweder die Konditionen anpassen – oder Sie nehmen ganz Abstand davon.

Schwierig haben es Unternehmen, die in einer schlecht bewerteten Branche aktiv sind – auch wenn die eigenen Zahlen oder Einträge keine negativen Rückschlüsse zulassen. Hier müssen deutlich mehr Anstrengungen unternommen werden, um beispielsweise eine Bank von der eigenen Kreditwürdigkeit zu überzeugen. Schließlich werden bei vielen Krediten die Konditionen von der Bonitätsbewertung abhängig gemacht: Je schlechter das Scoring, desto höher die Zinsen. Ein weiteres Kriterium bei der Bonitätsprüfung Unternehmen ist deshalb die Kapitaldienstfähigkeit eines Unternehmens – der erweiterte Cash-Flow.

Kapitaldienstfähigkeit berechnen – Unternehmen reell einschätzen

Der sogenannte Cash Flow bezeichnet den Netto-Zufluss an liquiden Mitteln innerhalb einer bestimmten Periode und damit die Liquidität eines Unternehmens. Unter dem Strich wird der Cash Flow durch den Überschuss der regelmäßigen betrieblichen Einnahmen nach Abzug der Ausgaben beziffert. Anhand dieser wirtschaftlichen Kennziffer lässt sich ablesen, inwieweit sich ein Unternehmen aus eigener Kraft finanzieren oder eben den Finanzdienst zuverlässig realisieren kann. Im Gegensatz zum Bilanzgewinn bleiben hier die verzerrenden Faktoren unberücksichtigt, da sich, abhängig von der Berechnungsmethode, entweder zahlungswirksame oder zahlungsunwirksame Erträge und Aufwendungen gegenüberstehen.

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Der Cash Flow wird zur Berechnung weiterer Kennzahlen genutzt, wie beispielsweise der Renditekennzahl Cash Flow Return on Invest, die vor allem für Investoren interessant ist. Gleichzeitig kann die Kapitaldienstobergrenze ermittelt werden, um die Kapitaldienstfähigkeit einschätzen zu können. Da diese Aussage allerdings noch keine belastbaren Rückschlüsse auf die Liquidität eines Unternehmens zulassen, sind umfangreiche Finanzpläne zur Beurteilung zu erstellen.

Umfassende Bonitätsprüfung Unternehmen: Zusammenspiel verschiedener Faktoren

Insbesondere bei der Bonitätsprüfung eines Unternehmens empfiehlt sich eine komplette Wirtschaftsauskunft. Diese Datensammlung beinhaltet sämtliche relevanten Informationen, wie beispielsweise zur Unternehmensgeschichte und -entwicklung, Beteiligungen oder Niederlassungen, Geschäftszahlen und Bankverbindungen, Kreditverbindlichkeiten, aktuelle Finanzlage sowie Negativmerkmale. Kombiniert mit einer aktuellen Bonitätsauskunft ergibt sich so ein Bild, das als belastbare Entscheidungsgrundlage genutzt werden kann.

Wichtigste Bonitätskriterien Unternehmen

– Wirtschaftliche Kennziffern
In erster Linie zählen die Bilanzkennziffern zu den wesentlichen Punkten, die geprüft werden, also der Jahresabschluss, die Eigenkapitalquote, die Barreserven sowie der operative und freie Cash Flow. Die Entwicklung von Gewinnen und Verlusten kann weitere interessante Rückschlüsse auf die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls zulassen.

– Weitere Kennziffern
Die Qualität eines Managements lässt sich schwer in Kennziffern packen, spielt aber für die Perspektive eines Unternehmens eine große Rolle. Ebenso wichtig für eine realistische Einschätzung der Bonität ist neben der Investitionstätigkeit das Verhältnis von Vermögen und Schulden.

– Bonitätsauskunft und Score-Wert
Das Rating gibt zumindest eine grundlegende Einschätzung zur Kreditwürdigkeit ab, da Beurteilungen von „Investment Grade“, also sehr gute Bonität, bis zum wahrscheinlichen Ausfall vergeben werden.

Fazit: Die Bonitätsprüfung Unternhemen liefert ein gewisses Maß an Sicherheit

Um den Erfolg künftiger Geschäfte oder Engagements einschätzen zu können, bedienen sich sowohl die Banken als auch Dienstleister und Handelsunternehmen der Bonitätsauskunft Unternhemen, die von verschiedenen Dienstleistern für Unternehmen und Privatpersonen angeboten wird. Die hier gesammelten Daten dienen einerseits dazu, einen branchenbezogenen Score-Werte zu errechnen, und andererseits eventuelle Zahlungsunregelmäßigen aus der Vergangenheit aufzuzeigen.

Aus diesen Informationen lassen sich Rückschlüsse auf die künftige Kreditwürdigkeit ziehen – die naturgemäß nur eine Prognose sein können. Für Unternehmen ist es umso wichtiger, mit belastbaren Finanzplänen und betriebswirtschaftlichen Auswertungen zu arbeiten. Nicht zuletzt der Cash Flow und eine ganze Reihe weiterer betriebswirtschaftlicher Kennzahlen sowie Fakten zum Unternehmen selbst können ein realistisches Bild der Finanzsituation ergeben.