D&O-Versicherung D&O-Versicherung | Bild: ©fotohansel | fotolia.co
Die D&O-Versicherung ist eine selbstständige Haftpflichtversicherung für Führungskräfte zur Absicherung von Vermögensschäden. Sie deckt das erhöhte Risiko von  Geschäftsführern und leitenden Angestelten ab.

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Das Wichtigste in Kürze:

  • Die D&O-Versicherung ist eine spezielle Vermögensschadenhaftpflichtversicherung für Manager und Organe, die die finanziellen Folgen aus deren Fehlern abfängt.
  • Sie ist für alle Kapitalgesellschaften, Vereine, Stiftungen und Körperschaften des öffentlichen Rechts von Vorteil.
  • Die D&O-Versicherung kann sowohl vom Unternehmen oder Verein für die Führungskraft als auch von der Führungskraft selbst vereinbart werden.
  • Sie übernimmt die berechtigten Schadenersatzforderungen, die wegen eines Managementfehlers bei Dritten, aber auch beim Unternehmen oder Verein selbst verursacht werden.

Für wen ist eine D&O-Versicherung sinnvoll?

Diese besondere Form einer Vermögensschadenhaftpflichtversicherung ist auch als Haftpflichtversicherung für Geschäftsführer, Manager und andere Führungskräfte, nämlich Directors & Officers, bekannt. Sie steht für die geldwerten Schäden ein, die die versicherten Personen als Organ oder im Rahmen ihrer Tätigkeit fahrlässig oder grob fahrlässig verursacht haben. Dabei können sowohl die Ansprüche von außen, also von Dritten, als auch die durch die Fehler verursachten Verluste des Unternehmens selbst abgesichert werden.

Damit empfiehlt sich die D&O-versicherung im Prinzip für jede Kapitalgesellschaft – von der UG (haftungsbeschränkt) bis hin zur AG, aber auch für Vereine, Stiftungen und Körperschaften des öffentlichen Rechts. Diese können sich so gegen die finanziellen Folgen von Sorgfaltspflichtverletzungen des Managements, eingesetzter Betriebsleiter, Generalbevollmächtigter oder leitender Angestellte schützen.

Alternativ können sich Manager auch eigenverantwortlich absichern, um ihre persönliche Haftung zu reduzieren – und das Potenzial ist enorm.

D&O-Versicherung Schadensbeispiele

Im Prinzip birgt jede Entscheidung eines Vorstands oder Geschäftsführers das Risiko, sich bei unzureichender Prüfung als falsch zu erweisen und damit Nachteile Dritter oder des eigenen Unternehmens zu provozieren. Nicht umsonst verlangen derartige Positionen bestimmte Qualifikationen und Erfahrungen, die dieses Berufsrisiko reduzieren können. Ob ein Unternehmen unter Verantwortung des CEO expandiert und sich diese Investition als verloren erweist, an die Börse geht oder Anleihen emittiert – die dafür zuständige Führungsriege muss nicht nur Dritten, sondern auch dem Unternehmen gegenüber Rechenschaft ablegen, sollte sich der Weg als falsch erweisen. Je nach vertraglicher Vereinbarung stehen die Führungskräfte persönlich in Haftung – und das auch mit ihrem privaten Vermögen.

Einige Schadensbeispiele sollen die Brisanz der Situation verdeutlichen:

Kostenvoranschlag falsch kalkuliert
Für ein Bauvorhaben erstellt der Geschäftsführer einer Baufirma einen Kostenvoranschlag und vereinbart letztendlich einen Pauschalpreis. Allerdings übersteigen die realistischen Baukosten diesen Festpreis erheblich, weswegen die Gesellschafter des Bauunternehmens den verantwortlichen Geschäftsführer auf Schadensersatz verklagen.
Begründung: fehlerhafte Kalkulation
Schadenshöhe: 1,5 Millionen Euro
Übliche Versicherung nicht abgeschlossen
Ein Sportverein veranstaltet das jährliche Vereinsfest, aber der Vorstand vergisst den Abschluss der ansonsten üblichen speziellen Haftpflichtversicherung. Während der Veranstaltung kommt ein Gast zu Schaden, er verletzt sich erheblich und erhebt Schadenersatzforderungen gegen den Verein. Diese werden ihm sowohl für die Krankenhauskosten als auch für Krankengeld und Einkommenseinbußen zugesprochen. Der Verein nimmt den Vorstand in Haftung.
Grund: Versäumter Versicherungsabschluss
Schadenshöhe: 60.000 Euro
Finanzierungslücke wegen überdimensionierter Investitionen
Der Vorstand eines Maschinenbauunternehmens erneuert einen Großteil des Maschinenparks und verursacht wegen einer fehlendenlangfristigen Finanzplanung einen erheblichen Liquiditätsengpass. Um eine Zahlungsunfähigkeit abzuwenden, muss das Unternehmen eine Zwischenfinanzierung zu ungünstigen Konditionen aufnehmen. Die Eigentümer fordern daher die verursachten Mehrkosten vom zuständigen Vorstand zurück.
Grund: Verursachung einer Finanzierungslücke
Schadenshöhe: 150.000 Euro

Tipp: UnternehmerPortal empfiehlt Ihnen den Abschluss von Gewerbeversicherungen bei den folgenden Versicherungsanbietern:

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Entzogene Gemeinnützigkeit wegen veralteter Unterlagen
Ein Verein erhält von seinen Mitgliedern und wohlmeinenden Unternehmen Spenden. Diese werden wiederum auf der Grundlage des vorliegenden Körperschaftssteuerbescheids und der Bestätigung der Gemeinnützigkeit durch den Schatzmeister steuerlich abgesetzt. Allerdings stellt das Finanzamt fest, dass der Bescheid bereits drei Jahre alt ist und entzieht dem Verein die Gemeinnützigkeit. Die Spender erzielen somit nicht die geplanten Steuervorteile und erheben Schadenersatzklage gegen den Verein, der für die Kosten aufkommen muss. Der Schatzmeister wird wiederum anteilig an diesen Forderungen beteiligt und muss dafür mit seinem privaten Vermögen einstehen.
Grund: Bestätigung der Gemeinnützigkeit ohne gültige Unterlagen
Schadenshöhe: 5.000 Euro

Gemeinsame Haftung für Steuerrückstände
Eine GmbH beschäftigte zwei gleichberechtigte Geschäftsführer, von denen einer für die Unternehmenssteuern zuständig war. Dieser führte über einen längeren Zeitraum keine Umsatzsteuer an das zuständige Finanzamt ab und wurde vom Unternehmen entlassen. Der andere Geschäftsführer sah sich nun mit Forderungen des Finanzamts konfrontiert, für die er persönlich und gesamtschuldnerisch zu haften hatte – das Unternehmen konnte diese Zahlungen nicht mehr aus eigenen Mitteln begleichen.
Grund: Versäumte Steuerzahlungen bei gesamtschuldnerischer Haftung
Schadenshöhe: 500.000 Euro

Bei diesen Fällen konnte die D&O-Versicherung einspringen: Sie prüfte die jeweiligen Ansprüche dem Grundsatz und der Höhe nach, behielt den Selbstbehalt ein und regulierte die Schäden an die Betroffenen.

Unterschied zu anderen (Haftpflicht)-Versicherungen

Im Gegensatz zur klassischen Haftpflichtversicherung, die sich mit Personen- und Sachschäden sowie Vermögensschäden befasst, die der Versicherungsnehmer fahrlässig oder grob fahrlässig Dritten zufügt, konzentriert sich die D&O-Versicherung komplett auf Vermögensschäden: Dabei handelt es sich um all die geldwerten Nachteile Dritter, die nicht aus einem Personenschaden, wie beispielsweise einer Körperverletzung oder Tötung, oder einem Sachschaden folgen.

Das Besondere an der D&O-Versicherung: Die Absicherung kann sich auch auf Schäden beziehen, die die versicherten Personen ihrem eigenen Unternehmen zufügen – das ist in einer normalen Haftpflichtversicherung regelmäßig ausgeschlossen. Ein weiterer Unterschied besteht in puncto Definition des Schadenfalls: In der klassischen Haftpflicht gilt die Schadenereignistheorie, es wird also das Ereignis geprüft, das ursprünglich zum Schaden geführt hat. Übertragen auf die D&O-Versicherung hieße das, der Zeitpunkt des beruflichen Vergehens wäre maßgeblich, nicht der Zeitpunkt, an dem der Schaden tatsächlich eintritt.

Damit wären alle vor dem Abschluss einer solchen Police verursachten Schäden grundsätzlich ausgeschlossen, weswegen die meisten Anbieter auf das Claims-made-Prinzip abstellen: Ausschlaggebend ist in diesen Fällen der Zeitpunkt, an dem die Ansprüche erhoben werden.

Das ist vom Versicherungsschutz ausgeschlossen

Verstoßen versicherte Personen vorsätzlich gegen ihre Pflichten, wird die D&O-Versicherung die Leistung verweigern. Allerdings ist die Abgrenzung zu den wissentlichen Pflichtverletzungen, die eine Ablehnung erlauben, nicht immer einfach. Die Klärung wird regelmäßig vor Gericht ausgetragen, da der gesamte Kontext Berücksichtigung finden muss.

Ein weiterer Ausschluss bezieht sich auf den konkreten Zeitpunkt der Anspruchstellung: Dieser muss nämlich innerhalb der Vertragslaufzeit liegen. Hat beispielsweise ein Vorstand im Jahr 2015 gegen seine Pflichten verstoßen, was jedoch erst zwei Jahre später bekannt wird, kann ein bis zum Ende des Jahres 2015 bestehender Vertrag zur D&O-Versicherung die Leistung verweigern. Ausnahme: Die Nachmeldefrist wurde entsprechend verlängert.

Darüber hinaus geben die jeweiligen Versicherungsbedingungen Auskunft zu möglichen Ausschlüssen, die sich auf einzelne Anlässe beziehen können. So ist beispielsweise der Dienstleistungsausschluss relativ weit verbreitet – und kann gravierende Konsequenzen nach sich ziehen: Hier werden nämlich die vom Manager im Rahmen seiner Tätigkeit selbst erbrachten Dienstleistungen streng von den Leistungen getrennt, die er als Organ eines Unternehmens in seiner gesellschaftsrechtlichen Funktion übernimmt. Nur Letztere sind dann versichert.

Beispiel: Der Vorstand einer Bank schließt selbst einen Kreditvertrag mit einem Kunden ab. Platzt dieser Kredit, weil der Vorstand beispielsweise die Bonität nicht sorgfältig geprüft hatte, fällt dies nicht in den Bereich organschaftlichen Handelns – und wäre nicht versichert.

Das zeichnet gute Anbieter einer D&O-Versicherung aus

Die Angebote zur D&O-Versicherung variieren erheblich, lassen sich jedoch schwer vergleichen: Den Beiträgen sollten immer die zugrundeliegenden Versicherungsbedingungen und damit der Leistungsumfang gegenübergestellt werden. Dazu empfiehlt sich ein fundierter D&O-Versicherung-Vergleich, der explizit auf die einzelnen Leistungsschwerpunkte eingeht. Die Anzahl der Versicherungsgesellschaften, die sich überhaupt mit diesem komplexen Thema befasst, ist übersichtlich.

Umso wichtiger ist der bedarfsgerechte Zuschnitt dieser Absicherung, der auf der Grundlage von ausführlichen Fragekatalogen realisiert wird: Es ist nicht nur die optimale Versicherungssumme zu ermitteln, sondern vor allem das ganz konkrete Risiko, dem die zu versichernde Position im Unternehmen ausgesetzt ist. In der Regel werden Eigenschäden nur bis zu einem bestimmten Anteil an der vereinbarten Versicherungssumme übernommen. Ausnahmen sind spezielle Policen, wie beispielsweise für Wohnungsbaugenossenschaften.

Die meisten D&O-Versicherer vereinbaren einen Selbstbehalt, um die Anzahl kleiner Schäden zu reduzieren. Der Aufwand der Schadensprüfung und Regulierung würde die D&O-Versicherung-Kosten sonst in die Höhe treiben. Einige der Versicherer bieten jedoch für bestimmte Bereiche Modelle ohne eine solche Selbstbeteiligung an, auch hier gibt ein seriöser D&O-Versicherung-Vergleich Orientierung.

Hinweis:
Die Versicherungs- oder Deckungssumme sollte zwischen zehn und 15 Prozent des jährlichen Umsatzes betragen.

Was tun im Schadensfall?

  • Sobald ein Vorwurf im Raum steht oder Schadenersatzforderungen erhoben werden, sollte die D&O-Versicherung darüber in Kenntnis gesetzt werden.
  • Diese tritt dann in den Prüfprozess ein und wird zur Klärung des Sachverhalts eine Schadenanzeige vom Versicherungsnehmer und einen speziellen Fragebogen vom Anspruchsteller anfordern.
  • Reichen diese Unterlagen nicht aus, wird die Versicherung weitere Dokumente anfordern.
  • Lassen sich auf dieser Grundlage keine begründeten Ansprüche herleiten, wird die D&O-Versicherung die Forderungen abwehren. Bei Bedarf führt sie dazu einen Rechtsstreit und übernimmt alle damit verbundenen Kosten. Beispielsweise Anwaltshonorare in angemessener Höhe, Kosten für Wirtschaftsprüfer, Sachverständige oder Zeugen und Reiseaufwendungen. Darüber hinaus leistet die Versicherung für die Verteidigung bei Beschlagnahme, Ausübungsverbot oder Arrest, aber auch für die Abwehr oder Eindämmung eines Reputationsschadens oder für behördliche Sonderuntersuchungen.
  • Sind die Schadenersatzforderungen jedoch sowohl dem Grunde als auch der Höhe nach berechtigt, erfolgt die Regulierung im Rahmen der vereinbarten Deckungssumme.

 

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