Zahlungen auf Ziel sind vor allem zwischen Unternehmen üblich. Lieferanten wollen so Anreize setzen, die Forderungen kurzfristig auszugleichen. Je schneller der Kunde zahlt, desto früher können sie das Geld wieder selbst einsetzen. Das sichert ihnen die Liquidität und spart Überziehungszinsen.

Skontoabzug als Verkäufer in Preisberechnung einkalkulieren

In den Zahlungsbedingungen wird oft ein Skontoabzug von zwei bis drei Prozent vereinbart, wenn die Rechnung innerhalb von 10 Tagen beglichen wird. Unternehmen kalkulieren diese Prozente bei ihrer Preisberechnung mit ein. Häufig wird daher bei der Rechnungsstellung mit Zahlungsziel auch von einem Lieferantenkredit gesprochen. Nun erscheinen zwei oder auch drei Prozent Skonto erst einmal nicht viel, Tagesgeldkonten bieten heute meist eine ähnliche Verzinsung. Doch der Schein trügt, denn bei diesem Vergleich werden die unterschiedlichen Laufzeiten der Kredite nicht berücksichtigt.

Berechnung des Zinsvorteils durch den Skontoabzug

Unternehmen beeinflussen mit der eigenen Zahlungsmoral entscheidend ihre Liquidität. So entscheiden sich viele dafür, die Rechnungen erst am Fälligkeitstag oder sogar noch später zu bezahlen. Einige warten sogar stets die erste Mahnung ab, obwohl sie die Beträge auf dem Konto haben. Dabei verursacht ein funktionierendes Mahnwesen enorme Kosten bei den Lieferanten.

Eine schnelle Bezahlung von Verbindlichkeiten kann tatsächlich finanzielle Vorteile haben, nämlich dann, wenn der Lieferant Skontoabzüge einräumt. Wir erhalten zum Beispiel eine Rechnung über 1.000 € mit dem vereinbarten Zahlungsziel von 30 Tagen. Zahlen wir innerhalb von 10 Tagen, dürfen wir zwei Prozent Skonto abziehen. Wir zahlen also nur 980 Euro. Der Zinsvorteil ergibt sich aus den 20 Euro, die wir eingespart haben.

Der effektive Jahreszins, der ja stets die Vergleichsgröße von Kreditangeboten ist, muss also auf 360 Tage hochgerechnet werden. Ein Dreisatz kommt hier zu einer Schätzung:

20 Tage Zahlung vor Fälligkeit = 2 Prozent
360 Tage = x Prozent

X = 2 % x 360 / 20
X = 36 %

Genauer lässt sich der effektive Jahreszins mit folgender Formel berechnen:

100x 360 x Skontozinssatz
(Zahlungsziel – Skontofrist) x (100 – Skontozinssatz)

In unserem Beispiel ergibt sich ein Zinssatz von 36,7 Prozent. Je höher der verhandelte Skontozinssatz ist, desto höher ist auch der effektive Jahreszinssatz. Kann das Unternehmen drei Prozent vereinbaren, so beträgt er immerhin schon 55,67 Prozentpunkte.

Skonto ist für Käufer die günstigste Finanzierung

Kann das Unternehmen also kein Skonto ziehen, weil die Liquidität nicht ausreicht, so ist dieser Lieferantenkredit die teuerste Finanzierung, die es überhaupt gibt! Es lohnt sich also, Guthaben eines Tagesgeldkontos aufzulösen, um Verbindlichkeiten innerhalb der Skontofrist zu zahlen. Sogar die Nutzung des Kontokorrents kann sinnvoll sein, wenn es sich nur um wenige Tage Überziehung handelt. Wer den Zinsvorteil nicht selbst berechnen möchte, kann dafür auch die Zinsrechner im Internet nutzen, die viele Banken auf ihren Webseiten installiert haben.