SEPA Lastschriftverfahren SEPA Lastschriftverfahren | Bild: © hainichfoto | Fotolia.com

Einzugsermächtigungen oder Lastschriftaufträge für das Abbuchen vom Bankkonto des Kunden gibt es im Zahlungsverkehr zwischen Geschäfts- und Privatkunden schon viele Jahre. Das SEPA Lastschriftverfahren hat seit seiner Einführung die Bedingungen hier erheblich verändert. Dennoch ist diese Zahlungsweise bei Kunden und Händlern nach wie vor sehr beliebt, bietet sie doch für beide Seiten ihre Vorteile.

Das SEPA Lastschriftverfahren gibt es für Privat- und Geschäftskunden

Mit dem einheitlichen europäischen Zahlungsverkehr wurden die bisherigen Verfahren Einzugsermächtigung und Lastschrift durch das SEPA-Lastschriftverfahren ersetzt. Besonderheit hier: Für das Abbuchen eines Betrages muss der Käufer sein ausdrückliches Mandat erteilen. Das kann über ein vorbereitetes Formular erfolgen, in dem der Kunde seine Bankverbindung mit der IBAN-Nummer, dem Kontoinhaber und den Zahlungsempfänger angeben muss.

Der Händler vergibt eine eindeutige Mandatsreferenznummer, so dass die spätere Zahlung eindeutig zugeordnet werden kann. Mit dem Mandat reicht der Händler die Lastschrift bei seiner Bank ein, die Forderung wird an das Kreditinstitut des Kunden weitergegeben. Auf dessen Konto wird der Betrag dann belastet und der Händler erhält entsprechend die Gutschrift. In der Regel gilt ein Lastschriftmandat unbefristet. Ist eine Einmalzahlung gewünscht, muss das extra vermerkt werden.

Wird das Mandat allerdings 36 Monate lang nicht verwendet, erlischt es. Die Banken unterscheiden zwei Varianten des Lastschriftmandates mit entscheidenden Unterschieden: Das SEPA Lastschriftmandat für Endverbraucher (Privatkunden) gestattet dem Kontoinhaber, eine geleistete Zahlung ohne Angabe von Gründen innerhalb von 8 Wochen zurückzufordern. Eine einfache schriftliche Aufforderung an die kontoführende Bank genügt hier. Die SEPA-Firmen-Lastschrift dagegen kennt dieses Recht nicht.

Rückforderungsrecht bietet Sicherheit für Privatkunden

Das SEPA-Lastschriftverfahren wird von Kunden gerade im Online-Handel immer noch kritisch hinterfragt. Viele Konsumenten fürchten sich vor der Bekanntgabe ihrer Bankverbindung im Internet. Dennoch ist diese Zahlungsart bei vielen Käufern beliebt, weil unberechtigt eingezogene Beträge zurückgefordert werden dürfen. Dieses Recht gibt die benötigte Sicherheit.

Oft wissen Kontoinhaber gar nicht, dass in den neuen SEPA-Vereinbarungen auch verankert ist, dass bei Lastschriften ohne Mandat die Beträge sogar innerhalb von 13 Wochen zurückgeholt werden dürfen. Natürlich sollten gerade Onlinekäufer nur bei vertrauenswürdigen Händlern bestellen und auf eine sichere Verschlüsselung der Seiten achten.

Vor- und Nachteile der Lastschriften kennen

Die Nutzung des SEPA-Lastschriftenverfahrens bringt für Käufer viele Vorteile mit sich, auch bei Einkäufen im Internet. Beachten sie hier die notwendigen Sicherheitsstandards und kontrollieren regelmäßig alle Bewegungen auf ihrem Konto, können sie sich vor Missbrauch schützen.

Onlinehändler stellen Lastschriften oft auf eine Stufe mit Barzahlungen oder Vorkasse und liefern Bestellungen zeitnah aus. Kunden sparen sich den Aufwand und die eventuellen Kosten für eine Überweisung. Senden sie die Ware später komplett zurück und warten vergebens auf eine Gutschrift durch den Verkäufer, könnten sie den gezahlten Betrag bei der Bank wieder zurückfordern. Hierzu müssen sie allerdings die 8-Wochen Frist beachten.

Der Aufwand des Händlers, sei es im Online- als auch im Einzelhandel, ist dagegen etwas höher. Er muss sicherstellen, dass die Mandate ordnungsgemäß erstellt werden. Für die Teilnahme am SEPA-Lastschriftverfahren muss er bei der Deutschen Bundesbank eine Gläubiger-Identifikationsnummer beantragen. Reicht er dann seine Lastschriften regelmäßig bei seiner Hausbank ein, dann kann er mit einem kontinuierlichen Geldeingang rechnen. Auf die Liquidität seines Unternehmens wirkt sich dieses Zahlungsverfahren also positiv aus. P

robleme können vor allem durch nicht ausgeführte Lastschriften auftreten, wenn die Angaben fehlerhaft waren oder das Konto des Zahlungspflichtigen nicht gedeckt ist. Banken berechnen dann dem eigentlichen Zahlungsempfänger oft Rücklastschriftgebühren. Diese können im Mahnverfahren vom Zahlungspflichtigen zurückverlangt werden.

Fazit zum SEPA Lastschriftverfahren

Das SEPA Lastschriftverfahren mit dem Lastschriftmandat bietet sowohl Käufern als auch Händlern Vorteile. Die einfache Abwicklung und die Sicherheit einer Betragsrückforderung durch Privatkunden tragen zur Beliebtheit dieser Zahlungsvariante bei. Im Onlinehandel wird es vor allem von traditionellen Kunden genutzt, die neuen Angeboten der Onlinebezahldienste wie PayPal und Co. kritisch gegenüberstehen.

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