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Unternehmensgebäude gehören zum Betriebsvermögen und sind in den meisten Fällen finanziert – schon aus diesem Grund spielt eine passende Firmen-Gebäudeversicherung eine eminent wichtige Rolle. Die Absicherung sollte aber weit über die bauliche Hülle selbst hinausgehen.

Art des Unternehmens berücksichtigen

Die gewerbliche Gebäudeversicherung unterscheidet sich gravierend von der Verbundenen Wohngebäudeversicherung, die im privaten Bereich genutzt werden kann: Sowohl die Kalkulation als auch der Einschluss verschiedener im Zusammenhang mit einem Gebäudeschaden anfallender Kosten werden unterschiedlich gehandhabt.

Entscheidend für die Gebäudeversicherung für ein Unternehmen ist neben der Bauart und dem Alter vor allem die Art der Nutzung: Ein Bürogebäude unterliegt deutlich geringeren Risiken, als dies beispielsweise bei einer Firma, die mit feuergefährlichen Stoffen arbeitet, der Fall ist. Entsprechend des reellen Risikos, das aus der Nutzung, aber auch dem Bauzustand resultiert, gestaltet sich der Versicherungsbeitrag.

Bauart und Alter des Gebäudes genau deklarieren

Die Versicherer unterscheiden die sogenannte massive Bauweise, also Mauerwerk oder Beton, von Leichtbauweisen, die zum Beispiel bei Montagehallen zum Einsatz kommen. Vor allem dem Dach wird ein großes Augenmerk gewidmet – und das sowohl dem Zustand als auch der Art der Dachung nach. Je nach Alter und Abnutzung kann die Gebäudeversicherung auf den Zeitwert reduziert werden, d. h. im Schadensfall würde es immer Abzüge Neu für Alt geben.

Kann der Versicherer es verantworten, wird er ein Gewerbegebäude aber zum Neuwert versichern und die Wertzuschlagsklausel oder eine andere Form der Indexierung einräumen. So werden Unternehmer auch bei sich verändernden Baupreisen immer in die Lage versetzt, im Ernstfall ein gleichwertiges Gebäude neu erstellen zu lassen.

Versicherungssumme genau ermitteln

Umso wichtiger ist die exakte Ermittlung der versicherten Summe: Hier arbeiten die Versicherer entweder mit pauschalen Beträgen pro Kubikmeter umbauten Raum oder Quadratmeter Nutzfläche. Welche die jeweils sinnvolle Variante ist, entscheidet sich nach der Art des Gebäudes. Wichtig ist, dass alle werterhöhenden Einbauten akribisch erfasst werden. Wenn beispielsweise hochwertige Fußbodenbeläge, Klima- oder Heizungsanlagen oder anderweitiges, fest mit dem Gebäude verbundenes Zubehör eingebracht wurden, sollte das unbedingt bei der Wertermittlung erfasst werden. Nur so kann gewährleistet werden, dass die Schadensregulierung reibungslos und in der vereinbarten Höhe funktioniert.

Versicherte Gefahren zusammenstellen

Die grundlegende Gefahr, auf deren Absicherung eine finanzierende Bank in jedem Fall bestehen wird, ist Feuer. Unter die Feuerversicherung fallen über den offenen Brand hinaus auch der direkte Blitzschlag oder Explosionen. Leitungswasser-Versicherungen können nach Bedarf dazu kombiniert werden, bei Werkhallen ohne Leitungswasser- oder Heizungssystem ist dies nicht erforderlich. Sinnvoll ist in jedem Fall die Absicherung gegen Sturm und Hagel, die als Bestandteil der Gebäudeversicherung vereinbart werden kann. Maßgeblich für die Anerkennung von derartigen Schäden ist die amtliche Feststellung von mindestens Windstärke 8, die zuständigen Wetterämter geben dazu jederzeit Auskunft.

Die ebenfalls im Rahmen einer gewerblichen Gebäudeversicherung vereinbaren Elementarschäden, zu denen u. a. Überschwemmungen, Lawinen oder Schäden durch eine Erdrutsch zählen, können nicht überall abgeschlossen werden: Kam es am Standort des Unternehmens bereits zu Überschwemmungen, werden die Versicherer in der Regel ablehnen oder den Antrag nur zu erschwerten Bedingungen annehmen.

Weitere Zusatzbausteine bei Bedarf auswählen

Zusätzlich zum Versicherungsschutz der gewerblichen Gebäudeversicherung können Glasscheiben, -Bausteine und -Elemente abgesichert werden. Insbesondere bei verglasten Eingangsbereichen oder größeren Fenstern sollte ein Unternehmen dies abwägen. Ein weiterer Baustein befasst sich mit dem Mietverlust oder Nutzungsausfall nach einem versicherten Schaden. Bis zur Wiederinstandsetzung würde die Gebäudeversicherung dann die entgehenden Mieteinnahmen für vermietete Gewerbeeinheiten inklusive der fortlaufenden Nebenkosten übernehmen.

Angebote zur Gebäudeversicherung detailliert vergleichen

Die Unterschiede zwischen den verschiedenen Angeboten beziehen sich nicht nur auf den Versicherungsbeitrag, sie finden sich vor allem in den Details: Selbst bei gleicher Summenberechnung variieren vor allem die sogenannten Pauschaldeklarationen. Hier sind alle Kosten erfasst, die im Zusammenhang mit einem versicherten Schaden anfallen können, beispielsweise Aufräum-, Abbruch- und Bewegungskosten, aber auch Aufwendungen für die Dekontamination von Erdreich oder Überspannungsschäden. Da diese insbesondere Heizungen betreffen, sollten hier nicht nur direkte Blitzschläge versichert sein, sondern auch sonstige Überspannungen, die zum Durchbrennen der Platinen führen können.

Fazit – Firmen-Gebäudeversicherung genau modifizieren

Die gewerbliche Gebäudeversicherung schützt vor dem Verlust von Unternehmenseigentum durch eine ganze Reihe von Schäden. Dazu zählen neben Feuer, Leitungswasser und Sturm auch die sogenannten Elementarschäden, deren Einschluss aber in Abhängigkeit vom Standort Probleme bereiten kann. Darüber hinaus ist die Wertermittlung ebenso entscheidend für einen sinnvollen Versicherungsschutz wie die detaillierte Deklaration der Nutzung und des Bauzustandes: Werden hier verharmlosende Angaben gemacht, riskiert der Unternehmer im Schadensfall den Versicherungsschutz.

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