Kauf auf Rechnung Kauf auf Rechnung | Bild: © LaCatrina | Fotolia.com

Private Verbraucher erledigen inzwischen etwa 15 Prozent ihrer Einkäufe im Internet. Doch die altbewährten Verkaufsbedingungen aus dem Katalogversand lassen sich nicht so einfach auf den Onlinehandel übertragen, das gilt auch für Zahlungsmodalitäten. Der Kauf auf Rechnung ist für viele Verbraucher immer noch die beliebteste Zahlungsmethode, weil sie ihnen erhebliche Vorteile bringt. Aber ist er auch für den online-Handel noch zeitgemäß und sinnvoll?

Was bedeutet „Kauf auf Rechnung“?

Bei einem Kauf auf Rechnung gewährt der Verkäufer seinem Kunden die Möglichkeit, die erhaltene Ware zu einem späteren Zeitpunkt zu bezahlen. Dafür legt er eine Rechnung bei, die neben dem Kaufbetrag alle wichtigen Daten für eine Überweisung an ihn enthält. Meist bittet er um den Ausgleich der Forderung innerhalb von 14 Tagen. In der Wirtschaft spielt der Einkauf auf Ziel, wie diese Zahlungsmodalität hier genannt wird, schon viele Jahrzehnte eine große Rolle.

Für private Endverbraucher gewann sie erst mit dem Beginn des Versandhandels an Bedeutung. Auch heute noch werden etwa ein Viertel aller Geschäfte mit Privatkunden durch einen Kauf per Rechnung abgewickelt, auch im Onlinegeschäft.

Vorteile und Nachteile des Kauf auf Rechnung

Für den Käufer überwiegen die Vorteile dieser Zahlungsvariante, der Händler dagegen muss seine Waren über einen erheblichen Zeitraum vorfinanzieren. Daher versuchen Onlinehändler oft, ihre Kunden von anderen Zahlarten zu überzeugen. Bei hochpreisigen Einkäufen auf Rechnung prüft der Händler zudem häufig erst die Bonität seiner Kunden, um das Risiko zu verringern einem Betrüger aufzusitzen. Manchmal ist diese Zahlmethode daher auch nur Stammkunden vorbehalten.

Ein Vorteil des Kauf auf Rechnung ist, dass der Händler sich den Aufwand für Gutschriften bei Rücksendungen erspart. Ist der Kunde mit der Qualität oder den Eigenschaften der Produkte nicht zufrieden und macht vom großzügigen Rückgaberecht im Onlinehandel Gebrauch – was mittlerweile in rund 15% der Käufe der Fall ist -, dann zahlt er nur die Artikel, die er behält. Für den Händler bedeutet dies, dass er sich die Gutschrift für die Rücksendung und den dazugehörigen administrativen Aufwand erspart.

Rechnungskauf benachteiligt den Versender

Handelsunternehmen haben durch einen Kauf auf Rechnung viele Nachteile. Sie müssen nicht nur die Artikel vorfinanzieren und dafür erhebliche Summen bereitstellen, auch das Risiko, Lieferungen an Betrüger zu versenden, ist leider im Versand- und Onlinehandel groß. Eine Identitäts- oder Bonitätsprüfung der Besteller ist im Onlinehandel bei den vielen Bestellungen mit geringerem Wert kostspielig und aufwändig.

Wird die Ware nicht bezahlt, trägt der Händler diesen Ausfall komplett allein. Besonders kritisch werden auch die Rücksendungen von Artikeln durch die Verkäufer gesehen. Der Gesetzgeber hat inzwischen die Möglichkeiten einer kostenfreien Rücksendung durch Internetkunden eingeschränkt. Dennoch ermuntert die Möglichkeit, die Ware später per Rechnung zu begleichen, Kunden eher zur Rückgabe der Artikel als bei einer Sofortzahlung.

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Imagepflege durch das Anbieten des Rechnungskaufs

Viele Unternehmen erkennen im Kauf auf Rechnung aber auch einige Vorteile. Kunden fürchten sich vor schwarzen Schafen unter den Onlinehändlern, die Artikel nicht mit den versprochenen Eigenschaften oder sogar überhaupt nicht ausliefern. Außerdem gibt es viele Vorbehalte, dass bei Rücksendungen der Kaufpreis nicht erstattet wird.

Der Kauf auf Rechnung ermuntert Kunden zum Kauf. Verkäufer signalisieren so nicht nur eine ausreichende Finanzkraft, sondern Ehrlichkeit und das Interesse an einer langfristigen Kundenbindung. Diese Zahlungsmethode anzubieten kann daher auch als Teil der Firmenphilosophie und Imagepflege verstanden werden.

Welche Kosten entstehen bei einem Kauf auf Rechnung?

Die Kosten für den Verbraucher beschränken sich auf die Gebühren für die notwendige Überweisung des Rechnungsbetrages. Da Überweisungen bei den meisten Kontomodellen der Geschäftsbanken kostenfrei sind, verursacht der Rechnungskauf in der Regel keine Kosten für den Käufer. Der Internethändler benötigt Mittel für die Vorfinanzierung der Lieferungen, hierfür können Zinsen anfallen oder ihm Zinserträge entgehen. Außerdem entstehen erhebliche Aufwendungen für die Nachverfolgung von Zahlungen, das Mahnwesen und notwendige Inkassomaßnahmen. Ein Versandunternehmen oder Onlinehändler benötigt somit überproportional große Ressourcen in der Buchhaltung zur Abwicklung des Kauf auf Rechnung.

Fazit zum Kauf auf Rechnung

Traditionell gehört der Kauf auf Rechnung zu den beliebtesten Zahlungsmethoden im Internethandel. Verbraucher schätzen die bequeme Möglichkeit, die Artikel vor der Bezahlung genau zu begutachten. Händler, die diese Zahlungsart anbieten, signalisieren Finanzstärke. Das verbinden viele Kunden mit Ehrlichkeit und Fairness im Onlinehandel. Die Kosten für diese Zahlungsmethode in Unternehmen sehen auf den ersten Blick moderat aus, der Aufwand der Buchhaltung für das Verarbeiten und Eintreiben der offenen Posten darf jedoch nicht unterschätzt werden.

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