Berufsunfähigkeitsversicherung Berufsunfähigkeitsversicherung | Bild: ©RioPatuca Images | fotolia.com

Die Arbeitskraft des Unternehmers, Freiberuflers, Gewerbetreibenden selbst oder seiner Mitarbeiter lässt sich schwer quantifizieren und ist doch in vielen Fällen entscheidend für den Unternehmenserfolg. Neben der Berufsunfähigkeitsversicherung kommen weitere Instrumente in Frage, um zumindest die finanziellen Folgen des Verlustes abzufangen.

Absicherungen bedarfsgerecht zusammenstellen – BU-Versicherung

Für den privaten Bereich des Unternehmers oder Freiberuflers stellt sich zunächst die Frage nach einer optimalen Absicherung für den Fall der Berufsunfähigkeit. Abhängig von der Gesellschaftsform und der Größe des Unternehmens kann eine Berufsunfähigkeitsversicherung privat, aber auch in Form einer betrieblichen Altersversorgung abgeschlossen werden. Betriebliche Gruppenverträge können hier nämlich erhebliche Vorteile in Bezug auf die Gesundheitsprüfung aufweisen, die dann großzügiger gestaltet werden kann.

Wichtig sind jedoch die Bedingungen, die sich am Markt durchaus unterscheiden. So sollte der Prognosezeitraum auf sechs Monate begrenzt sein, für die die versicherte Person voraussichtlich zu weniger als 50 Prozent ihren detailliert beschriebenen Beruf ausüben kann. Darüber hinaus sollte nicht auf andere Tätigkeiten verwiesen werden können, um die soziale Stellung auch für den Fall einer langwierigen Krankheit, von Unfallfolgen oder des Kräfteverfalls zu wahren.

Unterschied Berufsunfähigkeit und Erwebsunfähigkeit

Als berufsunfähig gilt jeder, der aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage, in den nächsten sechs Monaten mindestens 50 % seiner Tätigkeit in seinem zuletzt ausgeübten oder in seinem erlernten Beruf auszuführen. Dabei ist es irrelevant, ob die Ausübung eines anderen Berufs möglich wäre. Ist beispielsweise ein Dachdecker aufgrund einer schweren Fußverletzung nicht mehr in der Lage in den kommenden sechs Monaten seinen Beruf nachzugehen, gilt er als berufsunfähig, bis er wieder gesund ist und als Dachdecker arbeiten kann. In diesem Fall greift die Berufsunfähigkeitsversicherung und zahlt dem Versicherungsnehmer die zuvor festgelegte Versicherungssumme als Berufsunfähigkeitsrente für den Zeitraum aus.

Als erwerbsunfähig gilt jeder, der aufgrund seines gesundheitlichen Zustands keinen Beruf mehr als drei Stunden täglich nachgehen kann. Kann ein Arbeitnehmer beispielsweise aufgrund einer Rückenverletzung nicht mehr als drei Stunden am Tag sitzen oder stehen gilt er als erwerbsunfähig. Wurde eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen, würde diese greifen.

Die gesetzliche Rentenversicherung zahlt im Falle einer Erwerbsunfähigkeit ebenfalls eine Berufsunfähigkeitsrente aus, sofern mehr als fünf Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt wurde. Eine Erwerbsminderung liegt vor, sofern eine Person mehr als drei Stunden täglich jedoch höchstens sechs Stunden täglich arbeiten kann. In diesem Fall zahlt die Rentenversicherung eine Erwerbsminderungsrente. Jedoch beträgt die Auszahlung der Erwerbminderungsrente in der Regel lediglich erst nach 20 Jahren Einzahlung in die Rentenversicherung 30 % des Bruttogehalts des letzten Monats, was erhebliche Einschränkungen des Lebensstandards darstellt. Aus diesem Grund empfiehlt das UnternehmerPortal die zusätzliche Absicherung durch eine private Berufsunfähigkeitsversicherung.

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Risiken bei Berufsunfähigkeit für Unternehmen und Privatperson analysieren

Das gesamte persönliche Know-how, die Erfahrungen und geschäftlichen Verbindungen eines Freiberuflers sind kaum zu ersetzen, sollte dieser krankheitsbedingt für eine längere Zeit ausfallen oder gar versterben. Aber auch in großen Unternehmen sind die Schlüsselkompetenzen oft auf einige wenige Personen konzentriert, deren Ausfall zumindest eine enorme Herausforderung darstellen würde.

Es liegt also im Interesse des jeweiligen Unternehmers, zum einen die persönlichen finanziellen Folgen einer längeren Krankheit abzufangen, zum anderen Sorge dafür zu tragen, dass das Unternehmen auch im Extremfall gut gestellt ist. Eine detaillierte Risikoanalyse sollte sich mit beiden Positionen ausführlich befassen:

  • Welche Einbußen müsste der Unternehmer oder Freiberufler als Privatperson krankheitsbedingt hinnehmen?
  • Wie schwierig wäre es für das Unternehmen, im Bedarfsfall personellen Ersatz zu besorgen?
  • Welcher finanzielle Aufwand müsste dafür betrieben werden?

Verschiedene Absicherungen als Alternative abwägen

Sollte sich eine klassische BU-Versicherung, die sich separat oder als Zusatzversicherung abschließen lässt, aufgrund von Vorerkrankungen nicht vereinbaren lassen, kann die Dread Disease Police, auch Schwere-Krankheiten-Vorsorge genannt, in Erwägung gezogen werden. Diese greift bei bestimmten schweren Erkrankungen, die in den jeweiligen Versicherungsbedingungen fest umrissen sind. Alternativ kommt auch eine Grundfähigkeitsabsicherung in Frage, die bei Verlust bestimmter grundlegender Fähigkeiten, wie beispielsweise Gehen, Stehen oder Sprechen, die vereinbarte Leistung erbringt.

Insbesondere Freiberufler und Gewerbetreibende, die im Falle einer dauerhaften Beeinträchtigung keine Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung haben, sollten hier einen Kompromiss suchen, der auch in einer reinen Erwerbsunfähigkeitsversicherung liegen kann: Diese leistet erst, wenn die versicherte Person überhaupt keiner Erwerbstätigkeit mehr als drei Stunden täglich nachgehen kann.

Schlüsselkraftversicherung

Aus Unternehmenssicht stellt sich das Problem, dass mit dem vorzeitigen Tod einer Schlüsselperson nicht nur eine menschliche Lücke gerissen wird. Einen personellen Ersatz mit den benötigten Kenntnissen und Fähigkeiten zu finden, erfordert nicht nur Zeit, sondern in der Regel auch die Beauftragung eines kostenintensiven Headhunters. Darüber hinaus muss mit einem Einbruch der Umsätze gerechnet werden, wenn die Geschäftsbeziehungen persönlich geprägt sind, wie es insbesondere bei kleinen und mittelständischen Unternehmen üblich ist.

Es besteht die Möglichkeit, Vorsorge in Form einer Schlüsselkraftversicherung, auch als Keyman-Police bekannt, zu treffen: Dabei handelt es sich um eine Risikolebensversicherung auf das Leben der Schlüsselperson, Versicherungsnehmer und bezugsberechtigt muss in jedem Fall das Unternehmen sein. Die steuerliche Behandlung hängt von den konkreten gesellschaftlichen Voraussetzungen ab und sollte mit dem Steuerberater geklärt werden. In der Regel können die Aufwendungen jedoch als Betriebsausgaben geltend gemacht werden, da die Leistung dem Unternehmen zufließen würde. Ob diese Art der Absicherung für Ihr Unternehmn moralisch vertretbar ist, bleibt jedem Unternehmer selbst überlassen.

Risikolebensversicherung als effektive Variante wählen

Kommt eine solche Keyman-Police nicht in Frage, weil beispielsweise der Betriebsinhaber selbst abgesichert werden muss, empfiehlt sich die Risikolebensversicherung in ihrer privaten Form: Im Gegensatz zur Kapital- oder fondsgebundenen Lebensversicherung konzentriert sich die Risikolebensversicherung auf die Todesfallleistung. Es ist also keinerlei Ablaufleistung vorgesehen, dementsprechend günstig sind im Vergleich die Versicherungsbeiträge.

Wird nämlich bei der Kapitallebensversicherung ein zusätzlicher Beitragsanteil in die Geldanlage investiert, verzichtet die Risikolebensversicherung darauf. Der Vertrag erlischt zum Ablauf oder bei Tod der versicherten Person. Freiberufler, Selbständige und Unternehmer können so für den Fall vorsorgen, dass im Todesfall noch Verpflichtungen, wie beispielsweise Kredite oder offene Rechnungen, zu bedienen wären. Für die müssten dann die Hinterbliebenen einstehen, selbst wenn es zur Betriebsauflösung kommt.

Fazit – Risiken ermitteln und umfassende Vorsorge durch Berufsunfähigkeitsversicherung treffen

Über die betrieblichen Haftpflicht– und Sachversicherungen hinaus dürfen die für den Unternehmenserfolg wichtigen Personen also nicht außer Acht gelassen werden. Die Möglichkeiten der Absicherung sind vielfältig und genau auf den jeweiligen Bedarf zuzuschneiden: Kann der Freiberufler, Gewerbetreibende oder Unternehmer privat mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung und Risikolebensversicherung effektiv vorsorgen, stehen einem Unternehmen weitere Instrumente zur Verfügung.

So lassen sich vorzeitige Risiken, wie beispielsweise die langwierige Erkrankung oder der Todesfall von Schlüsselpersonen, im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung oder mit einer speziellen Schlüsselkraftversicherung oder Keyman-Police abfangen. Eine detaillierte Risikoanalyse sollte zum optimalen Versicherungspaket Aufschluss geben. Da es hier die steuerliche Behandlung geprüft werden muss, sollten Spezialisten hinzugezogen werden. Darüber hinaus können die Versicherungsbedingungen in speziellen Vergleichen genau untersucht werden, da diese über die Qualität der Absicherung entscheiden.

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